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Newsletter Krzyżowa 1/2023

Newsletter Krzyżowa 1/2023

Sehr geehrte Damen und Herren,


Wir begrüßen Sie zum ersten Mal 2023!

 

In dieser Newsletter-Ausgabe blicken wir auf Veranstaltungen zurück, die Ende vergangenen Jahres stattgefunden haben. Es waren unter anderem der Projektabschluss von „Tradition und Moderne verbinden: Innovative Umwelt- und Ernährungsbildung im Europäischen Kontext” sowie der Abschluss des Projektes „Dialog der Generationen“, das sich an Senior*innen in Niederschlesien richtete.


In der Rubrik FORUM finden Sie unser Dankschreiben an Nina Lüders, die nach 13 Jahren bei unserer Berliner Partnerorganisation, der Kreisau-Initiative e. V., einen neuen beruflichen Lebensabschnitt beginnt. Darüber hinaus finden Sie den Essay “Lektionen des Kreisauer Kreises” von Dr. habil. Robert Żurek. Darin skizziert er auf beeindruckende Weise die sieben wichtigsten Lektionen des Kreisauer Kreises, von denen wir heute noch lernen können. 


Des Weiteren finden Sie in dieser Newsletter-Ausgabe einen Link zu der neuen Publikation „Auf neuen Pfaden“, die unter Mitarbeit der Stiftung Kreisau entstanden ist; einen Bericht über unsere Studienreise nach Berlin; sowie Informationen zu neuen Investitionen, Sonderausstellungen in Kreisau und der neuen Lernplattform www.uprootedchildren.eu


Wir nutzen die Gelegenheit, um uns bei Ihnen zu bedanken: für das gemeinsame Jahr, für Ihre Herzlichkeit, für die großartige Solidarität im vergangenen Jahr, und insbesondere dafür, dass Sie die Hoffnung lebendig halten für die, die sie brauchen, und eine Welt mitgestalten wollen, in der Glaube, Hoffnung und Liebe die Grundlage für eine bessere Zukunft sind.

Wir wünschen Ihnen alles Gute im neuen Jahr!



Viel Vergnügen beim Lesen.

 

Die Newsletter-Redaktion


 

‍FORUM KRZYŻOWA 

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Lektionen des Kreisauer Kreises

Der vorliegende Text ist der verschriftlichte Eröffnungsvortrag zur Veranstaltung „Verantwortung, Gemein-schaft, Europa. Das Erbe des Kreisauer Kreises heute“. Diese fand am 2.9.2022 im Haus am Dom in Frankfurt am Main in Zusammenarbeit der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, dem Deutschen Polen Institut, dem Haus am Dom und der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau statt.

 

Lektionen des Kreisauer Kreises

„Die geopolitischen Ferien sind zu Ende“, gab der polnische Diplomat Marek Prawda unlängst zu bedenken. Die Epoche des relativen Wohlstands und der Sicherheit, die uns in den letzten Jahrzehnten begleitet hat, neigt sich ihrem Ende zu. Es kommen neue Zeiten mit großen Herausforderungen. Das Vermächtnis des Kreisauer Kreises kann uns helfen, ihnen erfolgreich die Stirn zu bieten.

 

Dr. habil. Robert Żurek

 

TEIL I

Was den Kreisauer Kreis auszeichnete

 

An Pfingsten 1942 hat sich im niederschlesischen Kreisau eine sonderbare Gruppe von Menschen zusammengefunden. Menschen, die kaum hätten unterschiedlicher sein können was ihre Berufe, ihre soziale Stellung, ihre Weltanschauungen oder ihre politischen Sympathien angeht. Und es war kein Zufall, es war so gewollt, so war der Kreisauer Kreis.

Diesem Treffen folgten noch zwei weitere – im Herbst 1942 und dann an Pfingsten 1943. An diesen drei Treffen nahmen jeweils zehn bis elf Personen teil. Das waren nicht alle Mitglieder des Kreisauer Kreises, aber so viele durften sich unter den Bedingungen der Konspiration zusammenfinden, ohne gleich von der politischen Polizei entdeckt zu werden.

Der Kreisauer Kreis war eine zivile Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Die drei Treffen in Kreisau waren gewisse Höhepunkte seiner Tätigkeit, aber im Stillen hat der Kreis fast durchgehend vier Jahre sehr intensiv gearbeitet, von 1940 bis 1944. Noch vor dem 20. Juli 1944 wurde der Mitbegründer, Helmuth James von Moltke, verhaftet. Danach haben sich einige Mitglieder des Kreises an dem Umsturzversuch des 20. Julis beteiligt, am Ende wurden fast alle in Gewahrsam genommen und acht von ihnen von der Nazi-Justiz hingerichtet.


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Abschied von Nina Lüders

Nina Lüders verlässt nach gut 13 Jahren die Kreisau-Initiative e.V., unsere Schwesterorganisation in Berlin, und beginnt einen neuen beruflichen Lebensabschnitt. In ihrer Rolle als Geschäftsführerin war sie über lange Zeit die wichtigste Ansprechpartnerin für die Stiftung Kreisau und prägte die gute Partnerschaft und wachsende Zusammenarbeit zwischen unseren Organisationen. Mit ihrer Expertise und ihrem Netzwerk brachte sie viele wichtige Impulse nach Kreisau. Über ihre fachlichen Qualitäten hinaus haben wir sie zudem als einen ausgezeichneten Menschen wahrgenommen, der mit viel Empathie und Verständnis Kommunikations- und Arbeitsprozesse gestaltet. Als Stiftung Kreisau werden wir Nina Lüders daher in vielerlei Hinsicht vermissen. Gleichzeitig wünschen wir ihr das Beste in ihrem neuen beruflichen Lebensabschnitt und bedanken uns herzlichst für ihren Einsatz, ihr Herzblut und die vielen Spuren, die sie hinterlassen hat. Wir hoffen, Nina, dass du Kreisau – auf die eine oder andere Art – erhalten bleibst!

Einen Einblick, welche große Leistung Nina Lüders für die Kreisau-Initiative e. V. selbst gebracht hat, ist im Abschiedstext von Ulrike Kind, Vereinsvorstandsmitglied zu lesen. 


Robert Żurek und Dorota Krajdocha


‍VERANSTALTUNGEN IM RÜCKBLICK

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Projektabschluss von „Dialog der Generationen“, 12.12.2022

Am 12. Dezember 2022 haben sich über 100 Teilnehmende des Projekts „Dialog der Generationen“ aus den Landkreisen Świdnica, Dzierżoniów und Wałbrzych in Kreisau/Krzyżowa getroffen. Es gab dafür drei Gründe: Abschluss des Projekts, der kommende Winterbeginn und die Tatsache, dass jeder Grund ein guter Grund zum gemeinsamen Feiern ist.


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Studienreise nach Berlin, 12-14.12.2022

Vom 12-14.12.2022 nahmen einige Mitarbeiter*innen unserer Stiftung (hauptsächlich aus den pädagogischen Abteilungen) an einer Studienreise nach Berlin teil. Während dreier intensiver Tage besuchte das Team zahlreiche Einrichtungen und Museen, in denen sie Inspiration für ihre eigenen Projekte finden konnten. An jedem der besuchten Orte konzentrierten sich die Führungen auf die pädagogischen Aspekte und die inhaltliche Ausgestaltung der Ausstellungen. Dies dient auch zur Vorbereitung auf die Zweite Weltkriegs-Ausstellung, die die Stiftung derzeit konzipiert.


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„Weiße Schule“ in Kreisau! 12.2022

Für die Ukrainische Schule Warschau sollte Kreisau der Austragungsort ihrer „Schule im Grünen“ bzw. „Grünen Schule“ werden, wie man den Unterricht außerhalb des eigenen Schulgebäudes in Polen nennt. Aber der Schnee im Dezember verwandelte das Projekt in eine „Weiße Schule“.


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Mitteilung der Kopernikus-Gruppe

Mitteilung der Kopernikus-Gruppe

Der deutsch-polnische Gesprächskreis Kopernikus-Gruppe traf sich zu seiner vierzigsten Sitzung vom 24. bis 26. November 2022 in Warschau. Das vorliegende Arbeitspapier „Deutschland und Polen – das Vertrauen wiedererlangen“ fasst die gemeinsamen Überlegungen des Kreises zusammen.

 

Prof. Dr. Waldemar Czachur, Warschau

Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Darmstadt

 

15.12.2022


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Studierendenaustausch Kraków-Hannover-Lwiw

Vom 07. bis 12. November trafen sich in Kreisau/Krzyżowa 37 Studierende der Jagiellonen Universität Krakau, der Ivan Franko Universität Lviv und der Alice-Salomon Schule (Berufsbildende Schule für Gesundes und Soziales) Hannover zum Austausch. 

Die gesamte Woche stand unter dem herausfordernden Thema „Migration und Flucht“: bereits beim Kennenlernen gab es Raum für persönliche bzw. familiäre Migrations- bzw. Flucht-Geschichten. Der Rundgang durch Kreisau/Krzyżowa beleuchtete die Migrations- und Fluchtgeschichte von Menschen, die hier gelebt haben (der Moltke-Familie) und aktuell hier leben (ukrainische Familien).


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Erfolgreicher Abschluss des deutsch-polnischen Projekts „Tradition und Moderne verbinden: Innovative Umwelt- und Ernährungsbildung im Europäischen Kontext“ am 26. Oktober in Kreisau

Erfolgreicher Abschluss des deutsch-polnischen Projekts „Tradition und Moderne verbinden: Innovative Umwelt- und Ernährungsbildung im Europäischen Kontext“ am 26. Oktober in Kreisau

In einem grenzüberschreitenden Projekt haben Slow Food Deutschland und die Stiftung Kreisau/Krzyżowa für Europäische Verständigung erstmals gemeinsam in deutsch-polnischer Kooperation ein interkulturelles Bildungsprojekt zur nachhaltigen Ernährung für Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte und Multiplikator*innen realisiert. Besonderer Fokus lag dabei auf der Verknüpfung von praktischen Aktivitäten in Garten und Küche mit innovativen Methoden auch zum interkulturellen Austausch.


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Bosch Alumni Forum - Völkerverständigung heute

Mit dieser Themenstellung haben sich am zweiten Oktoberwochenende über 100 Teilnehmende des Bosch Alumni Forums in Kreisau befasst. Über Jahrzehnte hinweg hat die Robert Bosch Stiftung mit verschiedenen Bildungsprogrammen die Völkerverständigung und den Ausbau der Zivilgesellschaft im östlichen Europa unterstützt und internationale Begegnung und Austausch gefördert. Aus dem Netzwerk der Absolvent*innen ist der Verein MitOst entstanden, der an diesem Wochenende Co-Organisator war. Dass das Treffen in Kreisau stattfand, war kein Zufall. Insbesondere in den 2000er Jahren fanden viele Seminare in Kreisau statt und bis heute sind Kreisauer Mitarbeiter*innen und ehrenamtlich Engagierte Alumni der Bosch Stiftung und Mitglieder bei MitOst. So war es für sehr viele der Teilnehmenden eine Wiederbegegnung mit Kreisau. 


‍NEUES AUS KREISAU

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Neue Freiluft-Sportgeräte auf dem Stiftungsgelände!

Seit kurzem stehen den Einwohner*innen Kreisaus sowie Besucher*innen des ehemaligen Gutshofs fünf Freiluft-Sportgeräte zur Verfügung. Das Projekt wurde im Programm „WzMOCnij swoje otoczenie“ (seine Umgebung STÄRKEn) der Polskie Sieci Elektroenergetyczne (Polnischer Stromnetzbetrieb) umgesetzt.


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„Geraubt. Entwurzelt.“ Eine neue Ausstellung in Kreisau

Es ist eine Bildungsausstellung über Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs aus den deutsch besetzten Gebieten des mittel- und osteuropäischen Raums nach Deutschland in das Kerngebiet des damaligen Deutschen Reiches entführt und zwangsgermanisiert wurden. Zudem weist die Ausstellung auf gegenwärtige Fälle von Kinderraub und Kinderrechtsverletzungen hin, denn diese Verbrechen haben nicht nur zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland stattgefunden.


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Die Ausstellung „1990. Die Geburtsstunde des neuen Europas” in Kreisau

Besuchen Sie die Ausstellung „1990. Die Geburtsstunde des neuen Europas”, die gerade im Kreisauer Schloss präsentiert wird.

Am Beipiel der Geschichte der DDR, Polens, Tschechoslowakeis und Litauens zeigt die Ausstellung die Umbrüche von 1990 – einem Jahr, das einen Wendepunkt in Überwindung des kommunistischen Erbes und Bildung demokratischer Strukturen in den mittel- und osteuropäischen Ländern darstellte.

Die Ausstellung „1990. Die Geburtsstunde des neuen Europas” ist eine in deutscher und polnischer Sprache verfasste Wanderausstellung. Sie wird im Schloss im 2. Stock vor dem Majowa-Saal gezeigt.

Die Ausstellung wird von der Website www.year1990.eu


TEILNEHMEN

PUBLIKATIONEN

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Auf neuen Pfaden. Kollektive Schritte zu einer kulturell sensiblen Bildung im Kontext sozial-ökologischer Transformation

Eine Sammlung von Essays, Praxistipps und Inspirationen für Ihre kultursensible Bildungsarbeit.

Webversion herunterladen (4 MB)
Druckfähige Version herunterladen (30 MB)

 

 

 

 

 


KREISAU IN DEN MEDIEN

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Kreisau für die Ukraine - Artikel über die Kreisauer Ukraine-Hilfe in der „National Journal”

Anfang Oktober besuchte Kreisau die Journalistin Cristina Lee Maza. Sie ist Korrespondentin des amerikanischen National Journal und schreibt über Verteidigung und Außenpolitik. Während ihres Besuchs in Kreisau sprach sie mit Mitarbeitern der Stiftung Kreisau sowie unseren Gästen aus der Ukraine, die wegen des Kriegs dauerhaft auf dem Gelände der Stiftung Kreisau wohnen. Der Artikel, der im National Journal erschienen ist, ist der letzte von vier Reportagen über die Hilfe der Polen für ihre ukrainischen Brüder und Schwestern, die ihre Heimat nach der russischen Invasion verlassen haben. Wir wünschen eine angenehme Lektüre: https://www.nationaljournal.com/

 


Wir möchten Sie auch daran erinnern, dass wir mit unseren Partnern aus Deutschland: der Kreisau-Initiative e. V. und der Freya von Moltke Stiftung für das Neue Kreisau – sowie dem Team des Internationalen Kammermusikfestivals Krzyżowa-Music, weiterhin Spenden für ukrainische Geflüchtete in Kreisau sammeln. Hier der Aufruf: https://www.krzyzowa.org.pl/de


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