
Vom 22. bis 27. März 2026 fand in Kreisau erneut eine erfolgreiche Schülerbegegnung statt – ein weiteres Highlight der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Heinrich-von-Zügel-Gymnasium in Murrhardt und der Gesamtschule in Rabka-Zdrój. Obwohl die Teilnehmerzahl in diesem Jahr etwas geringer ausfiel als im Vorjahr, war die Begegnung ein voller Erfolg: Die kleinere Gruppe förderte die Integration und schuf schnell eine Atmosphäre der Neugier und Freude am gemeinsamen Miteinander.
22 Jugendliche im Alter von 15 bis 16 Jahren nutzten die sechs Tage, um sich kennenzulernen, kulturelle und sprachliche Grenzen zu überwinden und gemeinsam die Geschichte der internationalen Begegnungsstätte sowie die deutsch-polnische Versöhnung zu erkunden.
Zum Osterfest wünschen wir Euch Freude, Hoffnung und Frieden. Möge diese besondere Zeit Anlass sein zur Reflexion, zum Zusammensein mit den Liebsten sowie zur Stärkung durch die Werte, die uns verbinden.
Frohe Ostern!
Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

„Transformation und Dissens – Gedenken in Europa seit 1989”
Erinnerung ist selten harmonisch: Sie ist konflikthaft, vielstimmig und von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen geprägt. Nach 1989/90 stießen in Gedenkstätten Ost- und Westeuropas Narrative über NS-Verbrechen und kommunistische Herrschaft aufeinander. Diese Konflikte wurzeln im verordneten Antifaschismus der DDR und Osteuropas einerseits sowie in westdeutschen und westeuropäischen Deutungen des Nationalsozialismus, die die kommunistischen Verbrechen lange marginalisierten. Das Ringen um die Shoah-Erinnerung und das Gedenken an die stalinistischen Massenverbrechen war geprägt von Aushandlungsprozessen und führte zu neuen Debatten über bislang übersehene Opfergruppen. Erinnerung geht nicht in Konsens auf, sondern ist von Dissens geprägt – produktiv, wenn er sichtbar wird und Debatten anstößt. Die Gedenkstättentagung 2026 richtet den Blick auf die Transformation europäischer Gedenk- und Lernorte nach 1989/90 und fragt: Wie veränderten sich Narrative, Orte und Museen seit 1989? Wie kontrovers wurden diese Umbrüche vor Ort und in den Gesellschaften diskutiert? Welche Konflikte prägten sie, und wie werden diese in der eigenen Gedenkstättengeschichte reflektiert, kuratiert oder in der Bildungsarbeit produktiv gemacht – oder eher tabuisiert?
Weiterlesen: 23. Ost-West-Europäisches Gedenkstättentreffen Kreisau, 08. bis 11. April 2026

Die Werte der Stiftung – Dialog, Solidarität, Europa – sind etwas, das sich nicht von selbst verteidigt. Es ist etwas, wofür wir jeden Tag eintreten müssen.
— Radosław Sikorski, Außenminister der Republik Polen
Am 30.03. durften wir außergewöhnliche Gäste bei uns begrüßen. Am 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit empfingen wir die Außenminister Polens und Deutschlands – den stellvertretenden Ministerpräsidenten Radosław Sikorski sowie Minister Johann Wadephul.
Für uns als Gastgeber hatte dieses Treffen eine besondere Bedeutung. Kreisau wurde erneut zu einem Ort, an dem große Politik auf die lebendige Idee der Versöhnung trifft.
Die Minister erinnerten an die Grundlagen unseres Ortes – vom Erbe des „Kreisauer Kreises“ über die historische Versöhnungsmesse von 1989 bis hin zur heutigen Rolle der Stiftung.
„Die Unterstützung von Institutionen wie der Stiftung Kreisau ist die beste Investition in die Zukunft unserer Beziehungen“, betonte Minister Radosław Sikorski und erklärte die weitere politische Unterstützung für unsere Projekte.
Weiterlesen: Außenminister Polens und Deutschlands zu Besuch in Kreisau