Oft stellen sich Schulen in Deutschland diese Fragen: Wie nennen wir die Reise nach Polen? Ist es eine Gedenkstättenfahrt oder eine Polenreise? Eine Europareise oder vielleicht doch eine internationale Begegnung? Für uns Menschen, die in Kreisau arbeiten, ist das klar. Wenn es eine Begegnung aus Schulen aus 2 oder sogar 3 Ländern gibt, dann ist der Begegnungs Charakter der wichtigere Aspekt. Es ist zuerst und vor allem eine internationale Jugendbegegnung und wir legen wert darauf das die jungen Menschen voneinander lernen. Natürlich wir ihnen auch die Geschichte unseres Ortes und somit die Geschichte Deutschlands, Polens und Europas nähergebracht, aber immer mit einem starken Fokus auf der eigenen Erfahrung und Wahrnehmung der Teilnehmenden.
Die Gruppe aus der Robert-Bosch-Gesamtschule aus Hildesheim hat wie andere Schulen eine Gedenkstättenfahrt organisiert und die Reise mit einer Internationalen Jugendbegegnung abgeschlossen. Partnerschule ist das Ekola Lyceum in Wroław / Breslau. In der Woche vom 28.09 bis 03.10 haben sich die rund 30 Schüler und Schülerinnen in Kreisau getroffen, bevor sie das anschließende Wochenende gemeinsam in Breslau verbracht haben.

Für drei Tage im November wurde Kreisau/Krzyżowa zum Treffpunkt der Generationen, als ehemalige Pax-Christi-Freiwillige zurückkehrten, um 30 Jahre Partnerschaft zwischen Pax Christi und der Stiftung Krzyżowa zu feiern. Es war eine wunderbare Erinnerung daran, wie dieser Ort seit 1994 junge Menschen geprägt hat.
Die Atmosphäre an diesem Wochenende war etwas Besonderes. Menschen, die sich noch nie begegnet waren, sprachen miteinander, als würden sie sich schon lange kennen - verbunden durch die gemeinsame Erfahrung eines Freiwilligenjahres, das oft die Sicht auf die Welt verändert hat.
„Durch dieses Jahr hier in Krzyżowa wurde die Idee umgesetzt, dass vielleicht das Unterrichten als Beruf eine gute Sache wäre. Und genau das mache ich jetzt.“ - Sabine (ehemalige Freiwillige)
Lebenslange Verbindungen
Die Rückkehr von Freiwilligen aus verschiedenen Epochen - von 1994 bis 2024 - zeigte, wie das Programm persönliche Entwicklung, interkulturellen Dialog und dauerhafte Freundschaften gefördert hat. Viele Teilnehmer beschrieben Krzyżowa als wichtigen Meilenstein auf ihrem Lebensweg.
In offenen Diskussionen, Spaziergängen rund um den Palast und Gesprächen in unserem Café „U Hrabiego“ reflektierten sie über die Kontinuität von Krzyżowas Mission und die Werte, die sie Jahre später noch begleiten.
„Vor 10 Jahren hatte ich eine wunderbare Zeit mit so vielen neuen internationalen Freundschaften und neuen Erfahrungen.“ - Judith (ehemalige Freiwillige)
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Im November 1965 richteten die polnischen Bischöfe einen Brief an die deutschen Bischöfe, der als bedeutendes Dokument der europäischen Nachkriegsgeschichte gilt. Die darin enthaltenen Worte beeindrucken bis heute durch ihre mutige und wegweisende Botschaft:
„Wir gewähren Vergebung und bitten um sie.”
Dieser Schritt – sowohl in moralischer als auch in politischer Hinsicht – war ein Wendepunkt. Noch nie zuvor war das polnisch-deutsche Gespräch über die Vergangenheit so klar formuliert worden, im Geist gegenseitiger Anerkennung, Verantwortung und Hoffnung. Deshalb wird der Brief der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe oft als „Gründungsakt des Europas der Versöhnung” bezeichnet.
Was verlieh diesem Appell eine so große Kraft? Welche Bedeutung schrieben ihm die Zeitzeugen zu? Und welche Folgen hatte er für die Entwicklung des polnisch-deutschen Dialogs?
Im Archiv-Hörspiel sprechen darüber sowohl die damaligen Teilnehmer als auch Forscher der polnisch-deutschen Beziehungen:

Ende Oktober wurde Kreisau erneut zu einem Ort des intensiven Dialogs, der Begegnung und des Überwindens von Grenzen. Vom 26. bis 31. Oktober trafen sich 35 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Berufsschule aus Wissen (Deutschland) sowie des Schulzentrums „Jan Kiliński“ aus Krapkowice, um gemeinsam eine Zeit der Integration, Reflexion und kulturellen Öffnung zu erleben.
Das Programm der Jugendbegegnung wurde so gestaltet, dass die jungen Menschen nicht nur einander besser kennenlernen konnten, sondern auch entdeckten, welche wichtige Rolle Geschichte für die Gestaltung der heutigen Beziehungen zwischen den Nationen spielt. Während gemeinsamer Workshops näherten sich die Teilnehmenden der Kultur und Heimat des jeweils anderen an, suchten nach Gemeinsamkeiten und lernten, Unterschiede als Bereicherung zu sehen.