Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung verbindet seit vielen Jahren Kunst mit Geschichte und Bildung. Im Rahmen des Internationalen Künstlerresidenzprogramms im Gedenken an Konrad und Paweł Jarodzki kommen nach Kreisau Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer Arbeit neue Formen des Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart suchen. Die diesjährige Ausgabe des Programms konzentriert sich auf Malerei und Experimentieren.
Zu den eingeladenen Künstlern gehören:
Adam Rzepecki – Performer, Maler, Bildhauer, Autor von Filmen und Installationen, Mitbegründer der legendären Gruppe Łódź Kaliska sowie der Supergruppe UNDERGROUND KRAKOWSKI. Seit den 1980er Jahren setzt seine künstlerische Praxis neue Impulse in der polnischen Gegenwartskunst. In Kreisau widmet sich Adam dem Thema der Zeit – der persönlichen, historischen und kosmischen. Während seines Aufenthalts arbeitet er an einem monumentalen Panorama des Himmels über Kreisau sowie an einem „Tagebuch des Sternenhimmels“, das er Tag für Tag malt. Außerdem plant er Workshops für Jugendliche, in denen die Teilnehmenden die Technik der Decalcomanie ausprobieren und gemeinsam eine deutsch-polnische Installation schaffen werden.
Aliaksandr Danilkin – ein junger Maler aus Belarus, der derzeit in Breslau lebt und arbeitet. Seine Kunst ist geprägt von belarussischem Volkskulturerbe sowie seinen persönlichen Erfahrungen des Widerstands gegen das Regime in seiner Heimat. In Kreisau entwickelt der Künstler ein Projekt, das von den Malyavankas – traditionellen belarussischen bemalten Teppichen – inspiriert ist. Er schafft großformatige Gemälde und Keramikobjekte, die die alte Ästhetik in den Kontext eines Ortes übertragen, der mit Widerstand gegen den Totalitarismus und mit der Idee der Versöhnung verbunden ist. Danilkin wird ebenfalls Workshops leiten, in denen Jugendliche ihre eigenen „Teppiche-Geschichten“ gestalten und dabei die Volkskunst als Sprache des Gedächtnisses und der Identität entdecken können.
Erklärung des Vorstands der Stiftung Kreisau mit dem Aufruf, die Stärkung anti-ukrainischer Stimmungen und spaltender Aktionen zu unterlassen.

Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung wurde auf Initiative von Menschen gegründet, die sich für den beschwerlichen deutsch-polnischen Dialog engagierten. Trotz der enormen Schwierigkeiten, die sich aus dem tragischen Erbe des Zweiten Weltkriegs und den über die Jahrzehnte hinweg angesammelten Vorurteilen und Ressentiments ergaben, setzten sie sich unermüdlich dafür ein, die Gräben zwischen der polnischen und der deutschen Gesellschaft zuzuschütten. Dazu gehörte die Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte, das Eingeständnis von Unrecht, die Verurteilung der Täter und die Wahrung des Gedenkens an die Opfer.
Vor dem Hintergrund dieses Erbes sind wir uns der Herausforderungen, vor denen Polen und Ukrainer stehen, ausgesprochen bewusst. Wir wissen, wie viel an Geduld und tatkräftigem Einsatz es bedarf, um unermüdlich auf einen Dialog über unsere gemeinsame Vergangenheit hinzuarbeiten, der die Würde der Gesprächspartner achtet und zugleich auf Wahrheit basiert.
Gleichwohl wissen wir aus der Erfahrung des deutsch-polnischen Dialogs, wie sehr diesem Prozess Maßnahmen im Wege stehen können, die die Qualität der gegenseitigen Beziehungen nicht gebührend berücksichtigen.
Daher blicken wir mit großer Sorge darauf, dass gegenwärtig eine antiukrainische Rhetorik um sich greift, die die Geschichte instrumentalisiert und die Gesellschaften beider Länder gegeneinander aufbringt – all das in dem historischen Moment einer gemeinsamen, immensen Bedrohung, also der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine sowie hybrider Angriffe auf Polen und andere westliche Länder.
Der Stiftungsrat der Stiftung Kreisau zog eine Bilanz der fünfjährigen Tätigkeit

Am 10. und 11. Oktober 2025 trafen sich in Krzyżowa die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Stiftungsrates. Für die Mitglieder des Stiftungsrates war es die letzte Sitzung der laufenden Amtsperiode (2020–2025). Während des Treffens wurden gemeinsam die wichtigsten Herausforderungen, vor denen die Stiftung steht, diskutiert und die vergangenen fünf Jahre bilanziert.
Wir sprechen allen Mitgliedern des Stiftungsrates, deren Amtszeit nun endet, unseren herzlichen Dank aus – für fünf Jahre Engagement und Unterstützung der satzungsgemäßen Aktivitäten der Stiftung, für die fachliche Zusammenarbeit und den Beitrag zur Stärkung der Stabilität unserer Organisation.
Wir danken Ihnen für diese wertvolle Zeit der Zusammenarbeit und wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihre weitere berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit.
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Feindschaft überwinden...Seminar für Lehrerinnen und Lehrer 10.–12. Oktober 2025, Kreisau

Vom 10. bis 12. Oktober fand in Kreisau ein Seminar für Lehrkräfte und Bildungsfachleute aus Polen und Deutschland unter dem Titel „Feindschaft überwinden. Wie kann man über die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs in Polen und Deutschland lehren?“ statt.
Ziel des Seminars war es:
- das Wissen über die Geschichte der polnisch-deutschen Beziehungen (von 1939 bis heute) zu vertiefen,
- die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der polnischen und deutschen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und die Nachkriegszeit zu beleuchten,
- die Erfahrungen von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Lehrkräften vorzustellen, die in der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission tätig sind,
- die Möglichkeiten der Nutzung des gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtsbuchs „Europa. Nasza historia / Europe – Unsere Geschichte“ aufzuzeigen,
- die Potenziale des Einsatzes großer Sprachmodelle (LLM) in der Bildungsarbeit zu präsentieren,
- sowie die Teilnehmenden miteinander zu vernetzen und ihnen die Kooperationsmöglichkeiten mit polnischen Organisationen vorzustellen, die im Bereich der historischen und politischen Bildung tätig sind.
Am Seminar nahmen 60 Personen aus Polen und Deutschland teil.
Die Internetseite entstand mit finanzieller Unterstützung von:

Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung
Krzyżowa 7, 58-112 Grodziszcze
tel: +48 74 85 00 300
fax: +48 74 85 00 305
e-mail: sekretariat@krzyzowa.pl
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