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Am 4. Oktober 2025 fand in Warschau die Feier zum 60. Jahrestag der Verkündung der Ostdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Botschaft der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder statt – zweier bahnbrechender Dokumente, die zu Meilensteinen im Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden.
Aus diesem Anlass wurde eine Konferenz mit dem Titel „60 Jahre später: Versöhnung in Zeiten der Unruhe“ organisiert, begleitet von einem Konzert, einem Gebet und einem ökumenischen Gottesdienst. An den Veranstaltungen nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen, Wissenschaft, Politik und Medien aus Polen und Deutschland teil.
Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung hatte die Ehre, als Mitorganisator der Feierlichkeiten aufzutreten. Sie dienten als einzigartige Erinnerung an die Bedeutung von Dialog, Mut und Weisheit bei der Förderung des Friedens zwischen den Nationen.
Während der Konferenz wurde wiederholt betont, dass Versöhnung kein einmaliger Akt ist, sondern ein langfristiger Prozess, der Wahrheit, Reflexion und die Bereitschaft, der anderen Seite zuzuhören, erfordert.
Die Botschaft von vor sechs Jahrzehnten ist auch heute noch genauso aktuell.

Liebe Freunde Kreisaus,
das dritte gemeinsame Kreisau-Magazin ist in den Druck gegangen und liegt nun vor. Diese Publikation ist durch die Zusammenarbeit der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, der Freya von Moltke Stiftung und der Kreisau-Initiative e.V. entstanden.
Hier bekommt Ihr einen vielfältigen Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche und Projekte unserer Organisationen, lest spannende Interviews und Reportagen. Neben der internationalen Jugendarbeit – dem Herz von Kreisau – zeigen wir, wie Kreisau das zivilgesellschaftliche Engagement in Europa verbindet und wie das historische Erbe des Ortes in lokalen und internationalen Aktivitäten seinen Ausdruck findet.

Die Stiftung Kreisau für die Europäische Verständigung lädt Sie ein, die Sonderausstellung „Aufbruch – Umbruch – Durchbruch. Schlesiens Rückkehr in die Mitte Europas“ zu besuchen, die vom 11. Oktober bis zum 12. November 2025 im Kreisauer Schloss präsentiert wird.
Die Ausstellung entführt die Besucher in die 1980er Jahre – eine Zeit, die für Polen und ganz Ostmitteleuropa von entscheidender Bedeutung war. Es war eine Zeit der Streiks und der entstehenden Solidarność-Bewegung, der Einführung des Kriegsrechts und gleichzeitig des immer stärker werdenden Strebens der Gesellschaft nach Veränderung. Die Ausstellung führt durch die aufeinanderfolgenden Etappen dieser Geschichte – von den Arbeiterprotesten in Schlesien und Breslau über das symbolische Treffen zwischen Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und Bundeskanzler Helmut Kohl in Kreisau im Jahr 1989 bis hin zur EU-Osterweiterung im Jahr 2004, die die Grenzregionen symbolisch ins Zentrum des vereinten Europas „zurückholte“.
Die Erzählung der Ausstellung verbindet politische Ereignisse mit dem sozialen und kulturellen Kontext und zeigt, wie die Umwälzungen dieser Zeit das Leben der Menschen beeinflussten und die heutige Identität der Region prägten.
Im Jahr 2025 fällt der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Dies ist eine Gelegenheit, nicht nur den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland zu feiern, sondern auch die Frage zu stellen, was genau 1945 geschehen ist und warum dieses Jahr nicht für ganz Europa das Ende der Kämpfe und den Beginn des Wiederaufbaus bedeutete.
Heute, im dritten Jahr der russischen Vollinvasion in die Ukraine, sind Fragen zu den Ursachen und langfristigen Konsequenzen des Zweiten Weltkriegs besonders aktuell. Die Kriegserfahrungen in Europa sind uns nie so nahe gewesen wie seit dem 24. Februar 2022.
Im Bestreben, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der verschiedenen Maßnahmen, die in Europa ergriffen wurden, um die Folgen des Krieges zu überwinden, näherzubringen – und vor allem Fragen zu stellen, welche Schlussfolgerungen wir aus diesen Erfahrungen ziehen sollten – hat die Stiftung Kreisau in Zusammenarbeit mit dem Zentrum „Erinnerung und Zukunft“ im Jahr 2025 das Projekt „Komplexe Durchführung des Programms zur Erinnerung an den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und der Gedenkmaßnahmen zur Überwindung der Kriegskonsequenzen in Europa, durchgeführt in Kreisau“ übernommen.